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Insurance Insights: Low Code

 
 

Insurance Insights | Kevin Crawford |
06 April 2021

Aus unseren Gesprächen mit führenden Köpfen der Versicherungsbranche ergaben sich mehrere Fokus-Themen für 2021 und darüber hinaus. In dieser Blog-Reihe geben einige unserer Experten Einblicke, wie Versicherer Innovationen schaffen und nutzen können, indem sie die folgenden Bereiche angehen: Open Insurance, Nutzung von Daten, Cloud-Migration, Kundenbindung & Cross-Selling, Intelligente Underwriting Workbench und Low Code. In diesem letzten Teil zeichnet Kevin Crawford den Wechsel von klassischeren zu Low-Code-Entwicklungsplattformen nach und gibt vier wichtige Lektionen für Versicherer, die Low-Code-Tools einführen wollen. 

VON MONOLITHEN ZU LOW-CODE-PLATTFORMEN  

Meine erste Einführung in die Versicherungsbranche war vor 25 Jahren, als ich zu einem damals noch kleinen IT-Beratungsunternehmen kam, das auf den Support und die Entwicklung von Legacy-Plattformen im Versicherungsbereich spezialisiert war, die entweder hausintern entwickelt worden waren oder von Software-Anbietern, die es nicht mehr gab. Es wurde schnell offensichtlich, dass der ROI beim Betrieb einer eigenen Plattform nur ungenügend war und nur wenig in Sachen Wettbewerbsvorteil brachte. Deshalb wollten unsere Kunden reihenweise ihre Legacy-Plattformen durch moderne Paketlösungen ersetzen. Damals war das Vertrauen in die Anbieter solcher Lösungen jedoch nicht sehr groß und so konnte mein Unternehmen eine Reihe neuer, innovativer Anwendungen entwickeln und einer der Marktführer werden. 

Viel hat sich seitdem verändert, aber es fühlt sich auch so an, als ob die Geschichte sich wiederholt. Die Unternehmen, die damals von ihren eigenen Plattformen zu Paketlösungen wechselten, stehen nun wieder vor derselben Herausforderung: Sie müssen monolithische Legacy-Anwendungen unterhalten mit erheblichen technischen Altlasten, Herausforderungen bei manuellen Regressionstests sowie unregelmäßigen und mühsamen Release-Zyklen. Teil eines gemeinsamen „Investment Clubs“ zu sein hatte noch gut funktioniert bei alltäglichen Dienstleistungen, wo es keinen echten Wettbewerbsvorteil gab. Durch das Aufkommen von InsurTech-Unternehmen, API-Konnektivität und der neuentdeckten Angst vor Disruption haben sich für Versicherungsunternehmen die Möglichkeiten und auch die Notwendigkeit, sich vom Wettbewerb abzuheben, jedoch massiv erhöht. 

Da das Ersetzen oder Anpassen von bestehenden Systemen zur Policenverwaltung sehr zeitaufwendig und teuer ist, schauen Versicherer nun auf neue Tools wie Low-Code-Plattformen für die Anwendungsentwicklung, um neue Produkte schneller und günstiger auf den Markt zu bringen. Mit Low-Code-Plattformen kann man dank einer visuellen Oberfläche, Baukastensystemen und wiederverwendbaren Komponenten Anwendungen ohne großen Programmieraufwand erstellen – natürlich abhängig von der notwendigen Komplexität. So können Anwendungen deutlich schneller und auch agiler und kollaborativer gebaut werden, wodurch ein Unternehmen auf Veränderungen reagieren kann ohne das Risiko und die Kosten von klassischen Entwicklungsprojekten. 

LOW-CODE-ENTWICKLUNG EINFÜHREN

Die Beliebtheit und die Nachfrage nach diesen Tools nehmen stetig zu und die Zahl an neuen Angeboten wächst ständig. Gartner hat sogar prognostiziert, dass 75 Prozent der großen Unternehmen bis 2024 mindestens vier Low-Code-Entwicklungstools sowohl für die Entwicklung von Anwendungen durch IT-Profis als auch durch Laien einsetzen werden. Es gibt also viele Gründe, warum Unternehmen Low-Code-Plattformen verwenden wollen. Aber worauf sollten sie bei der Einführung achten? 

Unsere Erfahrung hat uns die folgenden Lektionen gelehrt: 

  1. Realistisch bleiben! Anbieter von Low-Code-Tools werden behaupten, dass Anwendungen damit in nur Tagen oder gar Stunden gebaut werden können. Und für etwas, das man als Proof of Concept demonstrieren will, mag das auch stimmen. Wenn Sie jedoch etwas bauen wollen, das in einer Produktivumgebung genutzt werden soll, dann werden aus den Stunden oder Tagen realistischerweise eher Wochen und Monate. Und das wird ganz sicher der Fall sein, wenn die Deliverables nach außen gerichtet sind, Integrationspunkte haben und andere Aspekte beinhalten wie zum Beispiel die Erstellung von Dokumenten.
  2. Einfach halten! Diese Tools sind dazu da, um relativ einfache Anwendungen zu erstellen, zum Beispiel Angebots- und Bestätigungsfunktionen. Es könnte eine ziemliche Herausforderung werden, sie für weitere Dinge zu verwenden – sowohl mit Blick auf die Konfiguration als auch auf die Wartung. Diese Tools sind zum Beispiel nicht geeignet, um komplexe Anwendungen wie ein ERP-System zu ersetzen.
  3. Wiederholbar machen! Wenn Sie mehrere, aber ähnliche Anwendungen entwickeln wollen, wie zum Beispiel Versicherungsprodukte, dann erstellen Sie zuerst ein Template und nutzen Sie dieses dann als Basis für die einzelnen Produkte. Der Anpassungs- und Einbindungsprozess sollte sich so nicht großartig unterscheiden.
  4. Die Grenzen kennen! Falls Sie versuchen, etwas zu entwickeln, das hochgradig individuell und komplex ist, dann wird die Rückkehr zu klassischeren Entwicklungstools hilfreicher sein. Jedoch sollte man auch dabei mit agilen Methoden und gemeinsam mit dem Business arbeiten, um alle im Boot zu haben.


FAZIT 

Versicherungsunternehmen sollten sich in die Lage versetzen, schneller auf Marktveränderungen reagieren zu können. Egal ob das bedeutet, die Distributionskanäle zu erweitern, neue Produkte auf den Markt zu bringen oder bestehende Angebote zu digitalisieren, Low-Code-Plattformen bieten dabei eine sinnvolle Alternative zu klassischen Methoden. Ob diese Tools Bestand haben werden, ist fraglich und wird die Zeit zeigen; es ist jedoch klar, dass sich Technologie immer weiterentwickeln wird. Versicherer sollten also solche Plattformen auswählen, die auch in Zukunft vom Anbieter unterstützt werden, um das Risiko zu vermeiden, dass dies die nächste Generation von Legacy-Systemen wird, die ihre IT-Abteilung irgendwann zu ersetzen hat. 

Übersetzt aus dem Englischen 

Kevin Crawford

Global Head of Insurance Delivery

Kevin hat die letzten 25 Jahre mit Versicherern und Brokern daran gearbeitet, maximalen Nutzen aus ihren Investitionen in Technologie zu ziehen. Zu einem Großteil hat er dabei in London bei einem führenden Software-Anbieter für zentrale Policen- und Schadensfallsysteme gearbeitet. Bei Endava leitet Kevin unseren Delivery-Bereich für Versicherungen und stellt so sicher, dass wir die passenden Entwicklungsteams für unsere Kunden im Einsatz haben. Außerhalb der Arbeit hat Kevin sehr vielseitige Hobbys – von ruhigen Dingen wie Paddeln und Yoga bis hin zu deutlich aufregenderen wie Stagediving bei Punk-Konzerten.

 

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